Pilotprojekt erfolgreich: Smart-Beton-Wohnkonzept für vielfältige Nutzung

Das G. Büter Bauunternehmen aus Ringe hat gemeinsam mit Solid.box und der Firma Betonwerk Büscher aus Heek eine innovative Komplettlösung im Wohnungsbau entwickelt. Durch Smart-Beton-Wohnkonzept entsteht effizienter, moderner Wohnraum mit hochwertiger Technik, der allen Anforderungen an das nachhaltige und ressourcenschonende Bauen und Leben genügt – und das architektonisch anspruchsvoll.

In Deutschland fehlt Wohnraum, und zwar laut wissenschaftlicher Studien in großem Maße. Allein in den 77 deutschen Großstädten fehlen fast zwei Millionen bezahlbare Wohnungen, so das Ergebnis einer Studie im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung aus dem vergangenen Jahr. Das Problem ist oft der Platzmangel: Gerade Städte sind bereits sehr eng bebaut, allzu viele Freiflächen stehen nicht mehr zur Verfügung – daher wird es immer schwieriger, das Bedürfnis nach adäquatem Wohnraum zu befriedigen. 

Eine Lösung hat das G. Büter Bauunternehmen aus Ringe gemeinsam mit
Solid.box und der Firma Betonwerk Büscher aus Heek entwickelt. Das Unternehmen steht für intelligente Komplettlösung im Wohnungsbau und ist auf Smart-Beton-Wohnkonzepte spezialisiert. Ein Pilotprojekt haben Büter Bau und Solid.box bereits durchgeführt und gehören damit zum Siegerteam bei dem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb für serielles Bauen vom Spitzenverband der Wohnungswirtschaft (GdW) in Kooperation mit dem Bundesbauministerium.

 

 

Zukunftsfähiges Wohnmodell für wachsende Städte

Was dahinter steckt? „Wir waren von der Frage getrieben, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, die Innenstadt-Bebauung und -Verdichtung im Vergleich zu der herkömmlichen, konventionellen Bauweise schneller, effizienter, nachhaltiger und dazu noch kostenneutral zu realisieren. Umfangreiche Planungen, Forschungen, aber auch die Übertragung der Potenziale industrieller Prozesse in den Wohnungsbau brachten schließlich die Antwort: Ja, es funktioniert, und zwar eben mit Smart-Beton-Wohnkonzept inklusive integrierter Technik“, sagt Bauunternehmer und Projektentwickler Gerrit Büter.

Das sei ein zukunftsfähiges Wohnmodell für wachsende Städte, aber natürlich auch kleinere Gemeinden mit Platzmangel oder dem Wunsch, Wohnraum sehr effizient und kostengünstig zu schaffen, ob als Studenten- oder Seniorenwohnungen, als Appartements für die Langzeitmiete, Gästehaus oder sonstige Nutzungen, erläutert Gerrit Büter.

 

 

Massive Wohnkonzepte durch Vorfertigung mit vielen Vorteilen

Der Einsatz von Beton ist laut Gerrit Büter, Geschäftspartner Hermann Stegink von Solid.box und dem Betonwerk Büscher, das die Elemente zudem in deren Werk fertigt, grundlegend für den Erfolg des modularen Wohnkonzeptes. Könnte man die Objekte nicht herkömmlich Stein auf Stein oder in einer Leichtbauweise errichten? „Die Antwort liegt für uns auf der Hand: Die massive Vorfertigung ist eine besondere Bautechnik mit vielen Vorteilen. So sind zum Beispiel Wohnklima, Schallschutz, Brandschutz, Beständigkeit, die geringe Anfälligkeit bei Wasserschäden oder Winddichtheit durch das Material Beton als solches und durch die Konstruktion gegeben, und all das ohne den Einsatz von chemischen Produkten wie Folien“, sagt Gerrit Büter.

Grundlage der Wohnmodule ist eine vielfältige Möglichkeit der Grundrissaufteilung, die somit eben die verschiedensten Einsatzmöglichkeiten zulässt, betont Hermann Stegink. Das ermögliche planbare Bauzeiten, genaue Kostenkalkulation und ebenfalls einen wirtschaftlichen Transport. Er hat zu dem Projekt und dem Ansatz auch im DETAIL Modulbaubuch unter dem Titel „Mit Betonmodulen zu KfW-40-Plus-Häusern“ einen umfangreichen Aufsatz veröffentlicht.

Dazu kommt das intelligente und effiziente Technikpaket. Jede Wohnung ist beispielsweise mit einer dezentralen Lüftungsanlage mit Passivhauszulassung – inklusive Wärmerückgewinnung mit einem sehr hohen Wirkungsgrad (von über 90 Prozent) – ausgestattet. Ebenfalls wird eine dezentrale Warmwasserversorgung eingesetzt, Strom- und Datenkabel verlaufen durch ein kleines Schachtsystem. Durch den zusätzlichen Einsatz von Photovoltaik-Lösungen, innovativer Dämmmaterialien, der hochmodernen Infrarot-Heiztechnik und einer selbst entwickelten Thermostattechnik wird der Verbrauch auf ein Minimum reduziert.

Das ist natürlich wirtschaftlich und ökologisch hochinteressant – genau wie der Errichtungsprozess der Module an sich. „Die Emissionen in der Bauphase werden auf ein Minimum reduziert, die hohe Lebensdauer der eingesetzten Komponenten ist ebenfalls ein wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekt. Unser Ziel, perspektivisch langfristig energieautarke Gebäude zu schaffen, haben wir damit erreicht. Die Solid.box-Module kommen zu 100 Prozent ohne fossile Brenntechnik aus und entwickeln kaum Wartungsbedarf. Die Modul-Ausführungen sind als KfW-Effizienzhäuser von 55, 40 oder 40+ möglich. Gebäude sind in Deutschland für bis zu 30 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Dagegen wollten wir etwas tun“, stellt Hermann Stegink heraus. Die Konzeptionierung und Ausführung der technischen Ausstattung ist schon so gelegt, dass die zukünftige CO2-Steuer in diesen Gebäuden nicht anfallen wird.

 

 

Architektur und Technik gehen Hand in Hand

Die massiven Module werden in dem Solid.box-Werk in Ahaus vorgefertigt, per Tieflader zur Baustelle gebracht und dort auf zuvor gelegte Betonsockel installiert. Damit entfällt aufwändiger Bodenaushub oder das Gießen von Sockelplatten. Innerhalb eines Tages können so mehrere Wohnobjekte an Ort und Stelle errichtet werden. Die Architektur wird damit nicht eingeschränkt, im Gegenteil. Die Entwickler haben großen Wert auf offene Grundrisse gelegt, der Innenraum lässt sich durch die Leichtbauweise jederzeit veränderten Bedürfnissen anpassen. Und überhaupt gilt bei den Smart-Beton-Wohnkonzepten: „Im Gegensatz zu vielen anderen Modulbauweisen haben wir zunächst die Architektur erstellt und dann den Entwurf in Objekte eingeteilt. Wir haben also nicht die Gestaltung der Technik unterworfen, sondern das Beste zweier Welten miteinander kombiniert. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen“, betonen Gerrit Büter und Hermann Stegink unisono.