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Seit einem Jahr arbeiten neun regionale Unternehmen im Forum Personalentwicklung in einem Verbund zusammen, um sich über das Thema Personalentwicklung auszutauschen sowie fachliche Informationen und Begleitung zu erhalten. Das Angebot kommt von der Forum Dienstleistungsgesellschaft, einer 100- prozentigen Tochter der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim. Jetzt wird Bilanz gezogen und einzelne Teilnehmende berichten von ihren Erfahrungen. Den Anfang macht unser Geschäftsführer Mike Ruppelt.

„Wir haben neben der reinen Personalsachbearbeitung niemanden in unserem Unternehmen, der sich geplant und zielgerichtet um die Belange unseres Personals kümmert, das heißt um die Personalentwicklung in unseren einzelnen Arbeitsgruppen sowie die Führungskräfteentwicklung“, sagt Mike Ruppelt, Geschäftsführer der G. Büter Bauunternehmen GmbH. Deshalb habe sich sein Unternehmen für eine Teilnahme am Forum Personalentwicklung entschieden. Das im Jahr 1934 gegründete Familienunternehmen beschäftigt derzeit über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen rund 70 im gewerblichen Bereich – also auf Baustellen in der Grafschaft Bentheim und in einem Umkreis von bis zu 150 Kilometern – arbeiten. Kerngeschäft von Büter Bau ist die Projektentwicklung, das heißt, das Unternehmen kauft Grundstücke, um darauf Projekte für den Wohnungsbau und den Bau von Einzelhandelsgeschäften, Büros und Produktionsstätten zu entwickeln. „Den Rohbau stellen wir mit eigenem Personal fertig. Für den weiteren Ausbau arbeiten wir mit regionalen Fachunternehmern zusammen“, sagt Ruppelt.

In den Fokus gerückt sei das Thema Personalentwicklung, weil „wir keine Möglichkeit haben, über ‚Hire & Fire‘ eine höhere Mitarbeiterqualität zu generieren“, so Ruppelt. „Bis wir eine Stelle besetzt haben, vergehen teilweise sechs Monate oder mehr.“ Das unternehmerisch langfristige Ziel sei es, die aktuellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten und weiterzuentwickeln. „Und genau deshalb wollten wir uns mit anderen Unternehmen austauschen, um uns selbst im Bereich Personal weiterentwickeln zu können“, sagt Ruppelt. „Der Erfahrungsaustausch der teilnehmenden Unternehmen untereinander ist ein wesentlicher Baustein in unserem Verbund“, erklärt Personalentwicklerin Melanie Rode, die das Forum Personalentwicklung aufgebaut hat und fachlich leitet. „In den angebotenen Seminaren und Workshops können die Teilnehmenden voneinander und miteinander lernen.“ Zum Leistungsspektrum des Verbunds zählen außerdem Einzelberatungen, in denen Rode die teilnehmenden Unternehmen in ihren individuellen Fragestellungen unterstützt.

Abgeleitet aus dem Austausch und den Beratungen im Personalentwicklungsverbund, hat sich Büter Bau im vergangenen Jahr vor allem mit Themen wie Wiedereingliederung nach langer Krankheit, Onboarding – also der Frage, wie neue Mitarbeitende schnell in das Unternehmen integriert und eingearbeitet werden können – sowie interner Kommunikation auseinandergesetzt. Darüber hinaus hat das Unternehmen eigene Personalentwicklungsprogramme aufgesetzt, das unter anderem Kommunikationstrainings für die ganze Belegschaft beinhaltet.

„Besonders wichtig ist uns, dass wir auf der Führungsebene Feedback von unseren Mitarbeitenden bekommen“, sagt Ruppelt. „Wir wollen eine Rückmeldung, ob beschlossene Maßnahmen in die richtige Richtung gehen, ob unsere Angestellten diese verstanden haben und ob sie sie zielführend finden“, sagt Ruppelt. „Unser Ziel ist es, Transparenz zu schaffen, viel zu erläutern, gut auf den Einzelnen zugehen, um maximal dafür zu sorgen, dass Informationen, wie sie von uns ausgesendet wurden, auch ankommen. Wir wollen, dass unsere Leute mitdenken und sich einbringen“, sagt Ruppelt. Auf der anderen Seite bekämen die Angestellten ebenfalls Feedback, wie beispielsweise in Mitarbeitergesprächen. „Wenn auf Teamebene eine Baustelle gut gelaufen ist oder ein Projekt erfolgreich war, dann gibt es ebenfalls eine entsprechende Rückmeldung von unserer Seite“, erklärt Ruppelt.

Trotz Pandemie funktioniere die Zusammenarbeit und der Austausch im Verbund sehr gut, sagt der Geschäftsführer: „Wir hatten eine Präsenzveranstaltung ganz zu Beginn, ansonsten haben wir hauptsächlich digital gearbeitet – das klappt besser als unter diesen Umständen zu erwarten war.“ Natürlich sei das persönliche Gespräch durch nichts zu ersetzen. Gerade im Bereich Personal sei es wichtig, die Körpersprache, Mimik und Gestik der Gesprächspartner sehen zu können, um so ein Gefühl für die Emotionen seines Gegenübers zu bekommen.

Abschließend stellt Ruppelt fest: „Wir haben nach wie vor keine eigene Personalabteilung und die brauchen wir nach jetzigem Stand auch nicht.“ Durch die Teilnahme am Forum Personalentwicklung habe sich das Unternehmen aber immer wieder mit Themen beschäftigt, die im Tagesgeschäft nicht an erster Stelle standen, wie beispielsweise das Thema Onboarding. „Das war für uns ein großer Vorteil“, stellt Ruppelt fest und sagt: „Ohne den Personalentwicklungsverbund hätten wir sicherlich auch viel Arbeit in unsere Personalentwicklung gesteckt. Die Erkenntnisse wären aber bestimmt später oder anders gekommen.“

Text: Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim

Bildmotiv: André Sobott

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G. Büter Bauunternehmen GmbH
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49824 Ringe